Wie sicher fühlen sich Kinder und Jugendliche auf ihrem Schulweg? Und was braucht es, damit mehr Schülerinnen und Schüler mit dem Fahrrad zur Schule kommen?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich Vertreter des Franziskus Gymnasiums Wels am 24. September 2026 bei einem Gespräch im Rathaus der Stadt Wels. Für unsere Schule nahmen Direktorin Elisabeth Schoberleitner und Dominik Wiesmeyr vom Mobilitätsteam teil.
Im Mittelpunkt standen Radverkehr, Verkehrssicherheit und die Frage, wie Schulwege in Wels attraktiver und vor allem sicherer gestaltet werden können. Zwar gibt es positive Entwicklungen – etwa neue Radwege und Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung – gleichzeitig bestehen aus Sicht der Pädagog:innen weiterhin deutliche Lücken: fehlende Radverbindungen, Baustellen und unübersichtliche bzw. als gefährlich wahrgenommene Verkehrssituationen halten viele Kinder und Jugendliche davon ab, mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren.
Wie groß die Kluft zwischen dem Wunsch nach nachhaltiger Mobilität und der tatsächlichen Verkehrssicherheit ist, verdeutlichte Herbert Meschuh vom BRG Wallererstraße. Er verwies auf Ergebnisse des MobiChecks des Klimabündnisses, wonach 40 Prozent der Familien am Wallerergym das Radfahren als zu gefährlich empfinden. Dabei wurden Schüler:innen, die aufgrund der Entfernung nicht mit dem Fahrrad zur Schule kommen können, bereits herausgerechnet.
„Wie können wir als Lehrpersonen dazu beitragen, dass mehr Wünsche zur Verbesserung der Radinfrastruktur umgesetzt werden?“, fragte Meschuh in Richtung Politik.
Diese Frage ist auch für das Franziskus Gymnasium zentral. Denn wenn Schülerinnen und Schüler für nachhaltige Mobilität gewonnen werden sollen, braucht es mehr als Appelle: Sie brauchen sichere, durchgängige und alltagstaugliche Radwege. Im Moment gebe es diese nur lückenhaft, so können Kinder und Jugendliche aus den verschiedenen Stadtteilen noch immer nicht sicher und selbstständig ins Stadtzentrum radeln, geschweige denn zum neu eröffneten Volksgarten.
Die Stadt Wels betonte im Gespräch, dass der Radverkehr in den Planungen berücksichtigt würde und laufend investiert werde, gleichzeitig wurden die Herausforderungen der Verkehrsplanung angesprochen: etwa unterschiedliche Interessen der Verkehrsteilnehmer:innen. Dennoch sei es das Ziel, den Radverkehrsanteil in Wels auf 20 Prozent bis 2030 anzuheben.
Für die beteiligten Schulen bleibt damit eine klare Aufgabe: die Erfahrungen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen sichtbar zu machen und konkrete Verbesserungen einzufordern. Die Stadt signalisierte, weitere Maßnahmen voranzutreiben und auch Ideen aus der Bevölkerung in die zukünftige Mobilitätsplanung einzubeziehen.
Denn nachhaltige Mobilität kann nur dann selbstverständlich werden, wenn der Weg zur Schule auch ein sicherer Weg ist.
Mag. Dominik Wiesmeyr

