Die 4D-Klasse machte wie die anderen 4ten Klassen im Februar eine Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Mauthausen und beschäftigt sich seither im Geschichte- und im Deutschunterricht mit der Aufarbeitung der NS-Zeit. Eine Schülerin der 4D-Klasse regte im Zuge dessen die Einladung einer Zeitzeugin, Jahrgang 1936 an, die uns authentisch über ihr Erleben der Kriegsjahre und der Nachkriegszeit aus der Sicht eines Kindes berichten sollte. Fr. Teresia Zach, so heißt die Zeitzeugin, eine Verwandte der Schülerin, erwies sich dabei als Glücksgriff, da sie uns mit ihrem sehr guten Erinnerungsvermögen einen ungeschminkten Rück- und Einblick in diese von Krieg und Einschränkung belastete Zeit geben konnte. Sie berichtete davon, wie sie eingeschult wurde, wie zwischen 1944 und 1945 ein ganzes Schuljahr, bedingt durch Fliegerangriffe und zerstörter Infrastruktur, fast ganz ausgefallen ist. Sie erzählte uns von den Ängsten und Sorgen um ihren älteren Bruder, der in Stalingrad gefallen ist, und dass sie in den 90-er Jahren deshalb nach Stalingrad gefahren ist. Zu ihrem Bruder hatte sie Bilder mitgenommen. Zwei andere Brüder sind aufgrund einer Verletzung der Einberufung entkommen und somit am Leben geblieben. Frau Zach berichtete uns aus erster Hand von der Behandlung der Fremdarbeiter, der Einstellung der Bevölkerung zur NS-Diktatur, vom Aufkommen neuer Medien, wie dem Volkssender, von der amerikanischen Besatzung in der Nachkriegszeit, usw. Durch diese Schilderungen war es ein Leichtes, diese Zeit fassbar zu machen.
Wir danken im Namen der Schüler:innen Fr. Teresia Zach und ihren Verwandten, namentlich Fr. Friedl-Bauer und ihrer Tochter, die die Verbindung zu ihr hergestellt haben, für diesen interessanten und aufschlussreichen Zeitzeuginnen-Bericht.
Mag. Hermann Hager

